Ganz im Westen der Republik liegt die Stadt Mönchengladbach.
In unseren Breiten hört man nicht viel aus dieser Ecke, außer dass
die dortigen Kicker ihre sportliche Misere beklagen. Nur einen Steinwurf
weit weg von deren leidendem Fußball-Tempel logiert der dagegen sportlich
sehr erfolgreiche Deutsche Hockey-Verband mit seinem bis 12.000
Zuschauer fassendem Hockeypark, dem größten Hockey-Stadion in Europa.
Dorthin pilgerten 52 (!) Elternhockey-Teams, um an dem zum 5. Male
ausgetragenem Mammut-Turnier drei Tage lang teilzunehmen.
Darunter auch die Mainhoppers vom SC Frankfurt 1880, wohlgemut und nicht
zum ersten Mal – und mit einer außergewöhnlich großen Mannschaft.
Sechs Spiele wollten gestemmt werden (á 15 Min.) und eine Handvoll „Side-Events“.
Auch wenn der sportliche Ehrgeiz nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen soll
(Verbandsaussage), nur sportlich auf die Mütze zu bekommen klingt aber auch nicht
nach einem hehren Ziel. Um nicht in einem ständigen Wechsel-Tohuwabohu zu versinken haben wir unsere Truppe in zwei Teams aufgeteilt, die jeweils hälftig des Spiels Vollgas geben sollten.
Angenehm, dass auch – überwiegend – echtes Elternhockey auf dem Turnier
zelebriert wurde und kaum Kader-Aufgebote das Geläuf beherrschten.
Zwei Niederlagen haben wir kassiert, vier Remis erkämpft, ein Sieg ist uns leider
verwehrt geblieben. Das war leider nur die knappe „Rote Laterne“ in unserer Gruppe,
Da aber in anderen Gruppen diverse Vertretungen weit weniger erfolgreich waren,
es gab keine Überkreuzspiele, umschifften wir souverän die „Goldene Ananas“. Eine genauere Gesamtplazierung ist nicht bekannt, wurde auch von niemandem
ernsthaft verfolgt. Diverse Spielchen und Nebengeräusche, die erwähnten „Side-
Events“, durchzogen den gesamten Ablauf und sollten uns die lieben langen Tage
gut beschäftigen. Sie flossen auch, wie immer undurchschaubar, in die Endbewertung
ein. Diese wurde aber nicht bekannt, nur Kategorien-Gewinner benannt.
Schon mal was von „Axolotl“ gehört?
Nein? Der Chronist vorher auch nicht. Gar nicht. Aquatisch lebende Schwanzlurche aus
der Familie der Querzahnmolche laufen unsereinem nicht nebenbei über den Weg.
Zumal diese Viecher in Mexiko beheimatet. Trotzdem fanden sie, auf welche Art und Weise auch immer, Zugang zu den Mainhoppers. „Wir sind Pretty in Pink“ war das Motto der Players-Party. Welcher Schlauberger dabei auf den Axolotl verfiel? Es war auf jeden
Fall ein Mords-Bohei. Nicht nur, dass das Viehzeug auf unseren eigens dafür angeschafften pinken T-Shirts prangte, Christian S.P. kletterte selbstlos in ein entsprechendes Kostüm vom Typ Ganzkörperkondom in Axolotlform. Schon die Anprobe
ein kleines Abenteuer. Alle Mann/Frau hoch gequetscht in einem kleinen Hotelzimmer,
frohgemut Mechthilds Geburtstag nachfeiernd, debattierend über aufblasbare
Hasenohren… also dem Ernst der kommenden sportiven Herausforderungen voll
hingegeben.
Immerhin sorgte das mexikanische Getier für viel Furore auf der Party und fand sogar
lobende Erwähnung bei der Abschlußveranstaltung, was uns sportlich nicht gelang –
obwohl durchaus gut gespielt.
Übrigens ist alles belegt, was sich rund um die Mainhoppers auf dem Festival drehte.
Auf unser Homepage, wo auch dieser Artikel steht, ist unter der Rubrik „Bilder 2026“
jede Menge Material zu finden, was wir für ein Vergnügen auf dieser großen Hockeyparty hatten.
Etwas Kritlk muß aber auch erlaubt sein. Warum der Veranstalter am Freitag Abend, dem
ersten Turniertag, kein Willkommen abends auf dem Gelände für die zahlreich schon angereisten Spieler anbot, bleibt sein Geheimnis.
Und dass für die rund um das Turnier angebotenen Speis und Trank Preise aufgerufen
wurden in einer Höhe, dass darob die oben erwähnten benachbarten Fußballer ihr Bundesliga-Stadion in Schutt und Asche gelegt hätten, ein unnötiges Ärgernis.
Auch hätte es sicher vielen wohlgetan, hätte man den Speisesaal samt Bar nach dem
Abendessen der Players-Party nicht verrammelt und alle Teilnehmer in das Musikzelt
verfrachtet, was zum Einen nicht allen Platz bot, zum Anderen keinen einzigen Sitzplatz –
nach einem langen Turniertag mit vielen Spielen in den Beinen nicht die eleganteste
Lösung für so manches Sportass.
Unter dem Strich aber ein tolles Turnier mit einer Laune machenden Mainhoppers-Truppe, vielen freundlichen und netten anderen Teams, und, worauf es letztlich ankommt: ungeheuer viel Spaß zusammen, freut sich, der nur als Fan mitgereiste,
James
im September 2026

